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Photovoltaikanlage auf dem Dach der Nikolaikirche Drucken E-Mail

Förderprojekt der Initiative „Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“

Der Kirchenvorstand der Kirchgemeinde St. Nikolai - St. Johannis Leipzig hatte 1999 beschlossen, die nötige Rekonstruktion des Süddaches des Kirchenschiffes mit dem Einbau einer Solarstromanlage zu verbinden und damit von dieser berühmten Kirche aus ein deutliches Signal zur Nutzung erneuerbarer Energien zu setzen.

 

 

 Arbeiten am Süddach der Nikolaikirche:
Am östlichen Teil sind die Deckarbeiten noch im vollen Gange, im westlichen Breich sind die Solarzellen bereits ausgelegt

Er fand in Solar-City Leipzig e. V., der Umwelt Consult e. V. und den Vertretern der Leipziger AGENDA 21 Partner, die die technische Konzeption des Projektes erarbeiteten und auf der Grundlage der Förderinitiative der DBU „Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“ das Finanzierungskonzept erstellten.

Durch gemeinsames Vorgehen von

- Kirchenvorstand

- Superintendent und

- Landeskirchenamt sowie der

- Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums als letztverantwortlichem Gremium

konnte das Projekt trotz massiver Behinderung durch Verweigerung der nötigen Zustimmungen durch das Landesamt für Denkmalpflege durchgesetzt werden.

Es war eine wenig einsehbare, relativ kleine Fläche des Daches für die Aufnahme der Solarmodule bestimmt worden.

Dem Wunsch der Befürworter und Unterstützer nach einer möglichst weithin sichtbaren Präsentation wurde durch die Errichtung einer Visualisierungstafel Rechnung getragen.

Die Solaranlage wurde im Juli 2000 in Betrieb genommen.

 Die Solaranlage nach Fertigstellung: Sie ist leider nur vom Turm aus zu sehen.

Technische Werte:

40 m2 monokristalline Solarmodule, 5 kWh Maximalleistung, durchschnittliche Einspeisung in das Netz der Stadtwerke Leipzig 3.500 kWh pro Jahr.

Inbetriebnahme: 2000, seit ihrer Erstellung funktionierte die Anlage einwandfrei.

Besonderheiten: In-Dach-Montage bei strengstem Denkmalschutz, Datendisplay

Der Ertrag der Anlage liegt etwa 10 % unter dem mittleren Ertrag anderer Kirchen. Der Grund dafür ist das extrem steile Dach der Kirche und der dadurch im Hochsommer bedingte relativ ungünstige Einfallswinkel der Sonnenstrahlen.


Kosten: ca. 135.000 DM (69.000 €).

Ausführung: Fa. Brockmann Solar, Dresden.

Projektbetreuung: Solar-City Leipzig



Sonnenstrom vom Dach der Leipziger Nikolaikirche

Seit nunmehr 2000 produzieren Solarmodule Strom auf dem Dach der Nikolaikirche in Leipzig.

Von Anfang an wollte der Kirchenvorstand der Leipziger St. Nikolai-St. Johannis- Gemeinde mit dieser Anlage vor allem ein Zeichen setzen, signalisieren, daß die Energiewende hin zu erneuerbarer Energie unabwendbar sein muß, wenn die Bewahrung der Schöpfung kein trostvolles Versprechen bleiben soll.

In diesem Sinne verstehen wir die zahlreichen Anfragen anderer Gemeinden, die offenbar die Zeichen der Zeit verstanden haben und ebenso wie wir, den verlockend großen Süddachanteil ihrer Kirchen zur Erzeugung von Solarstrom nutzen wollen. Wie in unserem Fall scheinen die meisten Vorhaben vor allem durch ein Hindernis gefährdet: Den Denkmalschutz.

Nun, wir haben uns vor allem davon leiten lassen, daß Umweltschutz - dies ist in erster Linie die Hinwendung zu erneuerbarer Energie - sogleich Denkmalschutz bedeutet. Es sei an dieser Stelle lediglich an die katastrophalen Auswirkungen des saueren Regens auf beinahe alle zu schützenden “alten Gemäuer“ hingewiesen.

Wir waren selbstverständlich bereit, die Solarmodule bezüglich Form, Farbe und Gestaltung weitestgehend dachintegriert anzuwenden. Die Reversibilität unseres “Eingriffes“ ins altehrwürdige Bauwerk hatte höchste Priorität: Ohne den geringsten bleibenden Schaden können die Module nach Ablauf der Nutzungsdauer (etwa 25 Jahre) vom Dach demontiert und durch die entsprechenden Dachziegel ersetzt werden. Unsere Kirche, das Denkmal, für Jahrhunderte denkmalgeschützt, wäre damit lediglich 25 Jahre lang für eine “Sondernutzung“ - eine sehr sinnvolle allemal - allenfalls einigen allzu gestrengen Ästheten bzw. überaus vorschriftsgetreuen Beamten ein “Dorn im Auge“. Das wiederum sollte uns die Bewahrung der Schöpfung zumindest wert sein.

Es sei weiterhin daran erinnert, wie sehr gerade die kommenden 2 bis 3 Jahrzehnte hinsichtlich Energiewende, Klimaschutz, Umweltschutz usw. von sehr entscheidender Bedeutung sein werden. Erschöpfen sich doch in diesem Zeitraum die Vorräte an Öl und Gas unwiederbringlich. Wir alle müssen uns der Verantwortung unseres Tuns bzw. Nichttuns hinsichtlich der Auswirkungen auf nachfolgende Generationen stellen, müssen uns mit allen Kräften, die zur Bewahrung der Schöpfung beitragen, solidarisieren und uns im Verzicht üben - eventuell auch auf ein wenig Denkmalschutz.

Mit diesen Argumenten verteidigten wir in öffentlichen Veranstaltungen mit allen Verantwortlichen (Kirchenvorstand, Kirchenbezirk, Landeskirche, Denkmalschutz von Stadt und Land, dem Regierungspräsidium, den Stadtwerken) unser Projekt.

Nach Zusicherung einer Finanzierungshilfe durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt erhielten wir sowohl von der Landeskirche als auch dem Regierungspräsidium Leipzig die Zustimmung zum Bau der Solaranlage.

Kontakt:
Ansprechpartner: Herr Grötsch im
Evang.- Luth. Pfarramt St. Nikolai - St. Johannis,
Nikolaikirchhof 3-4, 04109 Leipzig,
Telefon 0341 9605270, Fax 0341 9605661.
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Siegfried Grötsch

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